Bericht in NW und WB

Aufsteiger noch einmal verstärkt

Oberligist TSG Harsewinkel gewinnt durch Leon Prüßner an Durchschlagskraft. Spiel gegen TuS 97 abgesagt – Zwangspause im November

Von Uwe Kramme

Die Partie gegen den TuS 97 hätte für Manuel Mühlbrandt neben dem sportlichen auch einen hohen symbolischen Wert gehabt. „Die Bielefelder haben uns im Mai 2018 aus der Oberliga geschossen. Wir hätten ihnen nur zu gerne gezeigt, dass wir wieder da sind und dieses Mal bleiben werden“, bedauerte der Coach der TSG Harsewinkel die Absage des für den heutigen Freitag geplanten Wiedersehens.

„Der TuS 97 hatte um eine Verlegung gebeten, weil sich seine Spieler angesichts der Corona-Infektionszahlen keiner vermeidbaren Gesundheitsgefährdung mehr aussetzen wollten“, erklärte Karl-Heinz Kalze. Für den Teammanager der TSG hätte es „aber auch keinen Sinn gemacht“, noch auf eine Austragung dieser Partie zu drängen, nur weil der zweite Lockdown erst am Montag beginnt. „Die Gesundheit steht an erster Stelle.“ Kurz nach dieser Aussage erfolgte die verbandsseitige Entscheidung, die Saison zu unterbrechen. Dabei hätten Kalze und sein Trainer nichts lieber getan, als da weiterzumachen, wo der Aufsteiger gegen Hagen II aufgehört hatte. Der 37:30-Sieg zeigte tatsächlich, dass ihre Truppe für den zweiten Versuch, sich in der 4. Liga zu etablieren, die nötige individuelle Klasse und Reife mitbringt.

Profitierten die Harsewinkeler Talente in der letzten Saison schon von der Verpflichtung erfahrener Handballer wie Tobias Fröbel, Heiner Steinkühler und Felix Hendrich, erweist sich jetzt die Rückkehr von Luca Sewing aus Altenhagen-Heepen als Gewinn. Der wurfgewaltige Linkshänder im rechten und das torgefährliche Talent Florian Bröskamp im linken Rückraum fordern jedenfalls jede Abwehr in der Oberliga heraus.

Von den 18 Toren dieses Duos gegen Hagen profitierten zudem nicht nur die Kreisläufer mit mehr Spielraum als gewohnt, sondern auch die Außen. Rechts der bewährte Sergej Braun und links Leon Prüßner. Der 26-Jährige, zuletzt beim Drittligisten TuS Spenge unter Vertrag, war nachverpflichtet worden, weil sich Malik St. Claire eine Bänderverletzung am Knie zugezogen hat. „Aber wir sind nicht aktiv auf die Suche gegangen, das wäre im Verein gar nicht zu vermitteln gewesen.“ Kalze versicherte zudem, dass die prominente Verstärkung extern finanziert würde.

„Leon ist auf uns zugekommen“, bestätigte Mühlbrandt und freute sich: „Auch in diesen Spielerkreisen spricht sich herum, dass in Harsewinkel attraktiver Handball gespielt und gut gearbeitet wird.“ In der letzten Trainingswoche habe deshalb auch noch ein Kreisläufer als Gastspieler getestet werden können. Ob der auch noch verpflichtet würde, ließ der Coach indes offen: „Wir schauen jetzt erst einmal, wie das alles weitergeht.“

Der auch auf der Mittelposition einsetzbare Prüßner sieht sein Engagement in Harsewinkel ebenfalls als Glücksfall. „In der Oberliga kann ich Beruf und anspruchsvollen Sport noch gut verbinden.“ Mit fünf Treffern durch Heber, Dreher und kernige Sprungwürfe bei zwei Fahrkarten hatte der Linksaußen seine Torgefährlichkeit zwar nur angedeutet, aber trotzdem die Durchschlagskraft des Aufsteigers maßgeblich erhöht.

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