Mühle“ erinnert an die Nebenwirkungen

WB und NW berichten:

Handball: Kaum hat die Saison begonnen, fallen coronabedingt die ersten Spiele aus. Betroffen ist auch Oberligist TSG Harsewinkel. Der versucht sich ganz normal auf die nächste Aufgabe vorzubereiten

Von Uwe Kramme

Kreis Gütersloh. Am 2. Spieltag der Handball-Oberliga am vergangenen Wochenende fanden nur vier von acht angesetzten Partien statt und in der Verbandsliga, Staffel 2, wurden lediglich drei von fünf Begegnungen ausgetragen. Dass die Saison 2020/2021 coronabedingt eine schwierige werden würde, war allen Beteiligten schon vor dem Start der Spielzeit klar. „Doch dass uns die Problematik schon so früh einholt, hätte ich nicht gedacht“, räumt Manuel Mühlbrandt ein.

Der Trainer des Oberligisten TSG Harsewinkel hatte dem Wunsch des VfL Gladbeck nach einer Verlegung der für Samstag in Harsewinkel angesetzten Spiels nur schweren Herzens entsprochen. Der Aufstiegsaspirant aus dem Ruhrgebiet war zuvor mit dem VfL Eintracht Hagen II auf einen Gegner getroffen, bei dem ein Spieler mit Corona-Verdachtsmomenten mitgemischt hatte, und wollte vorsichtshalber zu Hause bleiben. Im Nachgang ist Mühlbrandt jedoch heilfroh über den Spielausfall. „Bei den Gladbeckern ist ein Spieler positiv getestet worden. Hätte das Spiel stattgefunden, wären wir jetzt alle für 14 Tage weg.“ Ein Nachholtermin für die Gladbeck-Partie steht noch nicht fest.

Das nächste Spiel der TSG ist für übernächsten Samstag, 24. Oktober, terminiert. Um 19 Uhr soll dann eben jener VfL Eintracht Hagen II im „Hasenbau“ auflaufen. Das Problem: Schon am vergangenen Wochenende war die Reserve des Drittligisten aus den bekannten Gründen ausgebremst worden. Die Partie der Hagener beim TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck wurde abgesagt. „Wir können doch jetzt gar nichts anderes machen, als zu versuchen, uns möglichst normal auf dieses Spiel vorzubereiten“, erklärt „Mühle“ Mühlbrandt. Dazu gehöre natürlich auch, die eigenen Spieler immer wieder zu ermahnen, schon bei den leichtesten Erkältungssymptomen zu Hause zu bleiben und sich gegebenenfalls einem Coronatest zu unterziehen.

Andreas Tiemann („Es war nicht die Frage ob, sondern nur wann das passiert“) reagierte trotz der hohen Anzahl gelassen auf die Ausfälle am Wochenende. Für den Vorsitzenden der Technischen Kommission des Handballverbandes Westfalen (HVW) gibt es in dieser Saison keinen Zeitdruck, weil extra kleine Spielklassen gebildet und freie Wochenenden für Nachholspiele eingeplant worden seien und die Saison ja auch erst am 30. Juni enden würde.

„Das ist ja alles richtig“, sagt Mühlbrandt, „und es stimmt auch, dass im Moment vor allem die Vereine aus dem Ruhrgebiet betroffen sind und wir in Ostwestfalen und im Münsterland nur in der Konsequenz.“ Dem Harsewinkeler Coach ist es aber trotzdem wichtig, auf die Auswirkungen über das Spielfeld hinaus hinzuweisen: „Die Vereine haben schließlich nicht nur finanzielle Verpflichtungen gegenüber ihren Spielern und Mitarbeitern. Sie haben auch für ihre Sponsoren Gegenleistungen zu erbringen. Wie soll das gehen, wenn die immer wieder Heimspiele ausfallen und fest eingeplante Einnahmen wegfallen?“

Und noch ein Aspekt des Amateursports unter Coronabedingungen beunruhigt Manuel Mühlbrandt. „Wie werden die Arbeitgeber unserer Spieler reagieren, wenn die sich beim Sport infizieren? Werden die irgendwann einmal sagen, bleib da weg?“, fragt der Trainer besorgt. Ob es soweit kommt, wird die nahe Zukunft zeigen.

 

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